
Nur zwei Tage nach der Veröffentlichung meines Artikels „Gewichtsträger gesucht oder Es gibt so viele schöne Hobbys“, las ich in einer Facebookgruppe einen Post, der mir das Vertrauen in die Menschheit zurückgab.
„nach harten – 55 KG kann der Traum vom reiten endlich beginnen…“
Der Post selbst war zur Suche von Reithosen in großen Größen generiert. Doch ich war nicht die Einzige, die sich mehr dafür interessierte, dass sie so viel an Gewicht abnahm.
Ich war beeindruckt von der Userin! Nicht nur, dass sie ihr Gewicht um 55 KG verringerte und nun knapp 90 KG wiegt, sie möchte sogar noch ein wenig warten, bis sie ca. 80 KG wiegt.
90 KG können wirklich sehr viele Pferde gut tragen, daher bin ich umso beeindruckter, dass sie sich das Ziel 80 KG gesetzt hat, um den Rücken des Pferdes noch mehr zu schonen.
Astrid: Michelle, vielen Dank, dass du dich bereit erklärt hast, das Interview mit mir zu führen.
Ich ziehe meinen Hut vor dir! Du hast bereits schon viele Kilo abgenommen und möchtest sogar noch etwas abnehmen, um deiner Leidenschaft, dem reiten nachzukommen.
Wie kam es zu deiner Entscheidung so viel abzunehmen? Und ging es dir dabei nur um das reiten?
Michelle: Hallo und erstmal vielen Dank, dass ich ein Teil diesen Artikels sein darf
Die
Entscheidung traf ich, weil es meine letzte Chance war langfristig
Gewicht zu verlieren. Natürlich unterstützte mich bei dieser
Entscheidung nicht nur der Wunsch reiten zu lernen, sondern vielmehr
die Angst um meine Gesundheit – letzten Endes ging es mit ihr
schließlich immer mehr Berg ab…
Astrid: Ich habe Bilder von vorher und jetzt von dir gesehen. Man könnte glauben, es sind zwei verschiedene Menschen. Du wirkst auf den jetzigen Fotos sehr glücklich, dabei kann ich mir vorstellen, dass es ein harter Weg war, so viel abzunehmen.
Ich las, dass du die den Magen hast verkleinern lassen.
Hattest du zuvor versucht rein über die Ernährung abzunehmen?
Michelle: Ja natürlich, ich habe schon einige Versuche hinter mir. Letzten Endes erfuhr ich, dass ich auf normalem Weg niemals langfristig abnehmen kann. Die Magen Op gab mir eine Chance auf ein neues Leben, auch wenn ich 3 Jahre dafür kämpfen musste, ich bereue es nicht.
Astrid: Eine etwas unangenehme Frage: Wie kam es, dass du so viel gewogen hast?
Michelle:
Ich war schon immer etwas pummelig. Seit ich zur Schule ging, wurde
es aber immer schlimmer, denn ich hatte große Probleme mit Mobbing
und meine Teenie-Zeit war somit wirklich nicht leicht. Mir wurde
immer gezeigt, dass ich nichts wert sei, irgendwann glaubt man den
anderen irgendwann. Also habe ich auch mich und meinen Körper so
behandelt.
Astrid: Wie erging es dir in der Zeit vor der Gewichtsreduktion, währenddessen und heute?
Michelle:
Mein Alltag war vor der Operation sehr schwer. Kaum vorstellbar dass
ich damals in der Altenpflege arbeiten konnte. Ich hatte mit vielen
Krankheiten zu kämpfen, tägliche Schmerzen in den Gelenken und und
und, die Liste ist sehr lang. Vielmehr ist der seelische Schaden das
schlimmste an der Krankheit Adipositas. Man fühlt sich schlecht,
kapselt sich ab, man macht sich ständig Gedanken, denn im
Mittelpunkt steht immer das Übergewicht. Während
dem abnehmen und jetzt, ist praktisch dasselbe, denn die Abnahme geht
stetig weiter es
geht mir sehr gut. Ich brauche keine Schmerzmittel mehr, ich bin sehr
selbstbewusst und von meinem Leben davor ist sozusagen nichts mehr
übrig. Ich habe sehr viel Ausdauer und mache immer weiter
Fortschritte. Ich bin endlich gesund, das ist das größte Geschenk
für mich
Astrid: Würdest du dich wieder so entscheiden?
Michelle: Jederzeit. Es war die beste Entscheidung meines Lebens und ich trage meinen Magenbypass mit ganzem Stolz
Astrid: Welchen Stellenwert haben Pferde und das reiten für dich?
Michelle:
Pferde waren mir schon immer sehr wichtig. Als Kind zogen sie mich
durch ihre Ausstrahlung an, jetzt, weil ich weiß wie wunderbar ihr
Wesen ist! Man kann von Ihnen so viel lernen…
Astrid: Was rätst du anderen Menschen mit starkem Übergewicht, die gerne reiten wollen, bzw. dies bereits tun?
Michelle: Jeder kann das schaffen! Es ist wirklich nur der Wille der zählt. Und mich spornte es umso mehr an, weil ich einem Pferd mein Gewicht nicht zumuten möchte. Man sollte immer das Beste für das Tier wollen. Es lohnt sich auf jeden Fall
Klar gibt es schlechte Tage, das ist normal. Es geht schließlich nicht um das was zwischen Weihnachten und Silvester liegt, sondern eher um das, was zwischen Silvester und Weihnachten liegt
Aller
Anfang ist schwer, irgendwann gewöhnt man sich an den neuen
Lebensstil, dann ist es plötzlich ganz normal.
Astrid: Wie lange hast du schon mit Pferden zu tun?
Michelle: Eigentlich seit meiner Kindheit, aber es waren immer nur Pflegepferde von nicht langer Dauer. Ich habe auch nicht sehr viel Ahnung, ich möchte jetzt einige Jahre erstmal reiten lernen und später wenn ich die Zeit, das Geld und vor allem mehr Wissen habe, mir ein eigenes Pferd kaufen
Astrid: Bist du bereits früher geritten?
Michelle: Ja, da war ich 15 und habe 1 Jahr lang ein Praktikum auf einem Isländer-Hof gemacht. An meinem 16 Geburtstag und somit mein letzter Praktikumstag, durfte ich für eine kurze Runde mit ins Gelände davor bekam ich über Monate hinweg kurze Longen-Stunden, die Zeit war toll. Aber dort hatte ich schon ein hohes Gewicht, verlor auch zu der Zeit knapp 30 Kg aber nach der Zeit hatte ich das doppelte wieder drauf. Astrid: Hast du dein Herzenspferd bereits gefunden?
Michelle: Nein, aber das werde ich wenn ich der Meinung bin, dass ich so weit bin
Astrid: Vielen Dank für Deine Antworten!
Ich wünsche Dir viel Spaß beim Abenteuer reiten! Und natürlich alles Liebe und Gute für die Zukunft!
Michelle: Ich bedanke mich!
Es hat Spaß gemacht ein bisschen was über meinen Weg zu erzählen
Ich wünsche ebenfalls alles erdenklich Gute.